Bischof feiert mit Mochenwangern
MOCHENWANGEN -
Die Kirchengemeinde Maria Geburt feierte am Wochenende den 100. Jahrestag der Kirchweihe. Neben einer Messe mit Bischof Gebhard Fürst war ein umfangreiches Programm geboten.
Durch die industrielle Revolution und die stark angewachsene Bevölkerung wurde ein Kirchenneubau in Mochen-wangen um 1900 unumgänglich. Am 24. Oktober 1904 wurde die von dem Architekten Cades entworfene einschiffige Hallenkirche im neugotischen Stil geweiht. In der Kirchegibt es rund 600 Sitzplätze, die während der Messe voll besetzt waren. Sogar Stehplätze waren nicht mehr zu bekommen.
Pfarrer Stefan Pappelau schien es gar "eine göttliche Fügung zu sein, dass es auf den Tag genau hundert Jahre sind, seit diese Kirche geweiht wurde." Diese sei seit ihrer Erbauung "der Fixpunkt der Gemeinde" geworden.
Lebendige Steine
Der Bischof der Diözese Rottenburg, Gebhard Fürst, betonte die Bedeutung der Kirche für die Gemeinde. Dennoch sei die Kirche an sich " ein Gebäude aus Menschen." Die Gläubigen könne man im übertragenen Sinne in Anlehnung an die Korinther-briefe als "lebendige Steine" verstehen:
"das sind Menschen, die im Leben auf Gott vertrauen, die sich in der Gemeinde mit einbringen und dieser ihre Fähigkeiten zur Verfügung stellen. Dadurch entsteht erst eine lebendige Gemeinde."
Dieses Wirken sei seinerzeit Grund für den Kirchenbau gewesen. Ein hoffnungsvoller Anfang, so Gebhard,
wirke "wie eine Initialzündung, die aber auch weiter gehen muss. Dies ist hier in der Gemeinde geschehen."
Zwar sei nicht von der Hand zu weisen, dass die Zahl der Kirchgänger abnimmt. Die heutige Zeit erfordere aber, dass " wir sie immer wieder daran erinnern, dass es Gott ist, der uns leben lässt und nicht der Mensch, der Leben schafft."
Jesus Christus allein sei "der Grund, der gelegt ist. Alle bauen auf diesem Grund weiter."
Im Anschluss an den Gottesdienst fand auf dem Kirchplatz ein Fest statt, das für nahezu jeden Besucher etwas zu bieten hatte. Die Gäste wurden mit Schwäbischen Spezialitäten, einer musikalischen Begleitung der Musikkapelle Mochenwangen und zahlreichen Verkaufsständen unterhalten. Von hausgemachter Marmelade bis hin zu Bastelarbeiten oder dem Schnäpschen danach war alles zu haben. Auch für die Kinder war gesorgt. Ein Karussell, Spiele, Kinderschminken
und ein großer Süßwarenstand brachten noch den anhaltendsten Nörgler zum Schweigen.
Gegen Nachmittag wurden die Gäste mit mittelalterlichen Tänzen und Gesängen, Drehorgelspiel und Volkstanz unterhalten.
Eine Dankandacht rundete den Tag ab.
Bürgermeister Heurich zeigte sich zufrieden mit dem Fest: "schön, dass die Leute das so angenommen haben. Ein wunderschönes Fest."

Katharina Mayer Schwäbische Zeitung