Katholische Pfarrkirche
Mariä Geburt Mochenwangen


Die neue kath. Pfarrkirche wurde 1903/04 unter Pfarrer Eisele erbaut und am 24. Oktober 1904 durch Bischof Keppler eingeweiht.

Unsere Kirche ist eine ..Cadeskirche" und steht unter Denkmalschutz. Architekt Cades war um die Jahrhundert-wende ein bekannter Architekt. Er baute neben Profanbauten etwa 50 Kirchen (z.B. lsny, Hundersingen, Dieterskirch, Oberessendorf - in unserem Raum - ).

Welchem Stil ist unsere Kirche zuzuordnen? Man entdeckt historische Elemente: Formen, die gotische Züge tragen. Die Kunstgeschichte nennt daher eine solche Anlehnung an bereits geschichtlich vorhandene, aber freie Handhabung historischer Vorbilder "Historismus'.

Was die Lage betrifft: die neue Kirche liegt fast mitten im Ort etwas erhöht, wo vorher ein sehr altes, malerisches Bauernhaus stand.

Beim Eintritt in das Gotteshaus fällt die Geräumigkeit auf. Die ganze Länge beträgt fast 47 Meter, die Breite etwas über 15 Meter, die Höhe im Innern etwa 12 Meter, so daß das Gewölbe nicht gedrückt erscheint. Die Kirche faßt über 600 Gläubige.

Ein Kreuzgewölbe mit 6 Travernen (eine Gewölbeeinheit mit einem quadratischen oder einem rechteckigen Grundriß, überspannt das Mittelschiff; die Choranlage ist sehr breit und durch einen kräftig profilierten Triumphbogen getrennt; die Pfeiler mit ihren Durchlässen tragen zur Harmonie des Raumes bei. Im Grundriß bildet die Kirche eine Zwischenstufe zwischen einer dreischiffigen und einschiffigen Anlage. Die Querschiffe geben Raum für Altäre, Beichtstühle und Taufstein.

Die innere Einrichtung ist auffallend wie der Bau. Die drei Altäre stammen aus dem Atelier Schnell aus Ravensburg und wurden anfangs als sehr modern empfunden. Der Hochaltar hat Dreiecksgiebelform mit Spitzbogennische, in welcher eine archaische Kreuzigungsgruppe steht. In der Predella (Sockel des Altaraufbaus), den Tabernakel flankierend, sind die Hochreliefs der Brotvermehrung und der Hochzeit von Kana.


Der Marienaltar (linker Seitenaltar) als Rosenkranzaltar hat einen reich prolilierten Rundbogen, dessen Bogenfeld das charakteristische Laubwerk ziert. Der andere Seitenaltar mit der Darstellung der heiligen Familie ist mit Liebe und Begeisterung geschaffen.

Die Chorfenster sind erst 1912/13 angeschafft worden, finanziert durch Stiftungen. Im rechten Fenster ist St.Joachim, der Vater Marias, dargestellt; es ist eine Stiftung des katholischen Männervereins. Links ist die hl. Anna, die Mutter Marias; es ist eine Stiftung des kath. Frauenvereins. Maria selbst in der Mitte wurde vom kath. Jungfrauenverein gestiftet. Diese Fenster stammen von der Firma Zeller/München und "bilden in ihrer kunstreichen Ausführung eine Zierde der neuen Kirche" (Pfarrer Frey).

Die Kirchenbemalung übernahm der Kirchenmaler Anton Ettle von Ravensburg (1921). Im Chorraum sind die 4 Evangelisten dargestellt; rechts Lukas und Matthäus, links Markus und Johannes; dazwischen eine weitere Darstellung aus dem Leben Marias: die Verkündigung.

Die "neue" Orgel (1932 gebaut von der Firma Reisser. Biberach) verdeckt leider durch ihren mächtigen Prospekt die Fensterfront der Giebelseite über dem Haupteingang. Sie hat 38 Register mit 2 400 Pfeifen bei 3 Manualen.

Der äußere Aufbau ist scheinbar einfach, fast schmucklos und doch wirkungsvoll. Der quadratische Turm
(40 m hoch) steigt ohne merkbare Verjüngung empor und trägt ein vierseitiges Zeltdach. Ihm gegeniüber auf
der Südseite ist die polygon (vieleckig) geschlossene Sakristei. Sie ist einstöckig. vielfenstrig aber zweckmäßig
und geräumig. Die Chorpartie mit Turm und Sakristei bietet ein eindrucksvolles Bild.

Anfangs stand die Kirche völlig frei auf der leichten Anhöhe. Dieser "städtebaulich attraktive Platz" (Denkmalamt) mit dem "aufsehenerregenden Kirchenbau im Schussental" (Zeitungsnotiz ) machte den Bau zum Schussentaldom und verlegte das Dorfzentrum von der alten Kirche hierher.

Im Laufe der Zeit hat sich das ursprüngliche Erscheinungsbild der Kirche außen und innen wegen statisch bedingter Baumaßnahmen (z.B.: seitliche Stützmauern außen) sehr verändert.


Zusammenfassung aus Baubeschreibungen – G. Faigle-